Dichtigkeitsprüfung


Kanalsanierung ohne Bagger und Schaufel

Posted in artikel,Internet by dichtigkeitspruefung on December 14, 2009
Tags: , , ,

Straßen und Wege gehören zum gewohnten Erscheinungsbild jeder Stadt. Das unterirdische Netz von Abwasserleitungen indes schlummert buchstäblich im verborgenen. Dabei kommen in Deutschland statistisch gesehen auf einen Kilometer Straße zwei Kilometer Kanäle (Städtisches Kanalnetz Deutschland: 450000 km, Straßennetz 231359 km). Schlaglöcher erkennt man. Undichtigkeiten im Kanalnetz mit womöglich belastenden Umweltauswirkungen dagegen treten nur selten offen zu Tage. So unterliegen die Kommunen gesetzlich einer Selbstüberwachungs- und Instandhaltungspflicht. Erfahrungswerte zeigen, dass im Schnitt etwa 15 Prozent der Abwasserleitungen Undichtigkeiten aufweisen.

Bauingenieur Michael Deppe ist bei der Stadt Meinerzhagen für den Bereich Kanalunterhaltung zuständig. Bezüglich des Verhältnisses Straße/Kanal stellt sich die örtliche Situation etwas anders dar als im Bundesdurchschnitt, weil Meinerzhagen eine Flächengemeinde ist. Die Summe der Länge aller städtischen Straßen beträgt ca. 210 km. Das Kanalnetz hat dahingegen “nur” eine Länge von ca. 170 km. Betrachtet man nur die städtischen Straßen, welche mit Kanälen “ausgestattet” sind, sind es in der Summe ca. 100 km. Ihrer Überwachungspflicht kommt die Volmestadt nach, indem im Schnitt jährlich etwa 10 Prozent des städtischen Abwassernetzes durch die Durchfahrung mit TV-Kameras auf Schäden untersucht werden. Ausgehend von den dabei ermittelten Befunden und ihrer Dringlichkeit wird jährlich eine Liste mit Sanierungsmaßnahmen abgearbeitet. Im zu Ende gehenden Jahr 2009 umfasste dieses Programm acht größere Maßnahmen. Im städtischen Haushalt wurden dafür 400000 Euro bereitgestellt.

Ein mittlerweile bewährtes neues technisches Verfahren hilft der Stadt, derartige Maßnahmen deutlich kostengünstiger und vor allem auch unproblematischer von der Abwicklung her durchzuführen: Seit 2003 kommt in Meinerzhagen bevorzugt das sogenannte Inline-Verfahren, oder auch Schlauch-Relining genannt, zur Anwendung. Mit dieser unterirdischen, grabenlosen Methode sind keinerlei Baggerarbeiten oder Erdbewegungen mehr nötig.

“Wir haben jetzt wesentlich kürzere Bauzeiten und beträchtliche Kostenersparnisse”, erläutert Deppe im Gespräch mit der MZ. Am Beispiel einer in dieser Woche an der Ecke Krim durchgeführten Sanierungsmaßnahme lässt sich dieser positive Effekt gut veranschaulichen. Bei der routinemäßigen Kameradurchfahrung waren auf einem Teilstück des von der Gerichtstraße ankommenden, weiter in die Oststraße führenden Hauptsammlers vom Baujahr 1958 mehrere Schäden aufgespürt worden. Die Sanierung in herkömmlicher offener Bauweise hätte nach überschläglicher Kalkulation rund 90000 Euro erfordert – bei einer Bauzeit von mindestens vier Wochen. Dadurch wäre es an diesem neuralgischen innerstädtischen Verkehrsknotenpunkt unweigerlich zu erheblichen Beeinträchtigungen gekommen. Die Stadt schrieb die Maßnahme aus guten Gründen daher in “geschlossener Bauweise” aus. Ein Unternehmen aus dem Rhein-Sieg-Kreis erhielt den Zuschlag und wickelte den Auftrag einschließlich aller Nebenarbeiten in nur drei Tagen ab.

Vereinfacht ausgedrückt erfolgt die Sanierung nach diesem Verfahren wie folgt: Nach der Reinigung des Kanals und der Beseitigung von Hindernissen, wie zum Beispiel Ablagerungen oder einragende Stutzen, wird eine Schutzfolie durch einen Einstiegsschacht in den zu sanierenden Kanal eingezogen. Durch diesen vor mechanischen Beschädigungen geschützt, wird der konfektionierte Inlinerschlauch, der aus Glasfasergewebe besteht und mit lichthärtendem Polyesterharz getränkt ist, mit Hilfe einer Winde vom Start- zum Zielschacht gezogen. Anschließend wird Druckluft durchgeblasen und der Inlineschlauch presst sich formschlüssig an das Altrohr an.

Die Aushärtung erfolgt mittels einer UV-Lichtquelle, die mit einer genau definierten Geschwindigkeit durch den Inliner gezogen wird. Unmittelbar im Anschluss werden die in Betrieb befindlichen Hausanschlüsse und Einläufe wieder aufgeschnitten – im konkreten Fall nach vorheriger exakter Einmessung manuell durch einen Mitarbeiter, der in den sanierten Kanal mit einem maximalen Durchmesser von 90 Zentimetern einstieg. Technisch möglich ist dieser Vorgang auch ferngesteuert mittels Einsatz von Fräsrobotern.

Im Zuge der diesjährigen Kanalsanierung werden insgesamt 650 Meter Kanal mit einem Inliner saniert. Zusätzlich werden 1600 Meter Kanal, welche vereinzelte Schäden aufwiesen, durch Roboter- oder Verpresstechnik oder Partliner (kurze Inliner bis 3 Meter) instandgesetzt

quelle:come-on.de

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s


%d bloggers like this: