Dichtigkeitsprüfung


Dichtigkeitsprüfung in NRW

Posted in artikel,dichtigkeitsprüfung,Internet,kanalsanierung,Kläranlage by dichtigkeitspruefung on January 25, 2010
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Land NRW verlangt Dichtheitskontrolle / Grundstückseigentümer zahlen.
Nach § 45 Absatz 4 der Landesbauordnung Nordrhein-Westfalen (BauO NRW) muss jede private Abwasserleitung auf Dichtheit bis zum Jahre 2015 abgenommen sein.

Mindener Initiative (MI) will Anschlusskosten der Abwasserleitungen für Hausbesitzer aufs Grundstück begrenzen
Pressemitteilung vom 04.12.2006 Mindener Tageblatt

Neues von der Kanalsanierung in NRW
Im Allgemeinen herrscht die Ansicht vor, dass die Kosten für die Sanierung des Abwasseranschlusses bis zur Grundstücksgrenze gehen, da der öffentliche Straßenanschluss durch den Erschließungsbeitrag von der Kommune durchgeführt worden ist. Dem ist aber nicht so. 50% der Kommunen, wie zum Beispiel die Stadt Minden haben die Entwässerungssatzungen so eindeutig geregelt, dass Haus- und Grundbesitzer bis zur Einmündung in das öffentliche Netz verantwortlich sind und dafür die Kosten tragen.

Prüfungsvoraussetzungen und -bedingungenDie Durchsetzung dieser Prüfung seitens der Kommunen ist sehr unterschiedlich und viele Bürger haben lediglich in der Zeitung davon Notiz bekommen. Die ersten Erfahrungen haben gezeigt, das Ganze Prüfungsverfahren ist nicht ausgereift. In einer Kommune sei von 12.000 geprüften Anschlüssen nur einer dicht gewesen. Die ersten Schätzungen der Prüfungskosten von ein paar hundert Euro, jetzt mit 500 Euro sind auch nicht realistisch, weil oftmals der Einbau fehlender Kontrollschächte erforderlich sei und dies am Ende auf einen vierstelligen Bereich hinauslaufe.

Fachleute schätzen, dass 70% aller Hausanschlüsse Mängel aufweisen. Hier müssen Grundstückseigentümer tief in die Tasche greifen.

Was wird geprüft? Alle Grundstückseigentümer (egal, ob mit Kanalanschluss oder Kleinkläranlage) müssen die Dichtheit ihrer Hausanschlüsse nachweisen. Alle Kanalleitungen, und dazu gehören auch die auf Privatgrundstücken verlegten Hausanschlussleitungen, müssen dicht sein, damit das Abwasser schadlos zur Kläranlage gelangt. Fließt Abwasser aus der Leitung, kann der Boden verunreinigt und das Grundwasser verseucht werden. Dringt hingegen Fremdwasser in die Leitungen ein, kommt es zu Überlastungen des Kanalnetzes und der Kläranlagen.

Der HausanschlussIn der Regel besteht der Hausanschluss aus Grundleitungen, Revisionsschacht Anschlusskanal bis zur Grundstücksgrenze und dann den Anschluss an die Städtische Kanalisation.

In der Regel wird das anfallende Abwasser und Regenwasser im Trennsystem oder Mischsystem zum öffentlichen Kanal zugeleitet und abgeführt.

Trennsystem, bedeutet, wenn Abwasser und Regenwasser getrennt abgeführt werden.

Mischsystem dagegen führt Abwasser und Regenwasser in einem Rohr zur Kanalisation.

Pflichten des Grundstückeigentümers

Nach § 45 der Landesbauordnung in Nordrhein-Westfalen sind Abwasseranlagen so anzuordnen, herzustellen und instand zu halten, dass sie betriebssicher sind. Die Dichtheit der Abwasseranlagen ist vom Eigentümer nachzuweisen. Abwasseranlagen sind nach DIN 1986 Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke herzustellen.

Dichtheitsprüfung ist erforderlich.

Bei Neubauten und bei einer Änderung der Grundstücksentwässerungsanlage ist die Dichtheitsprüfung sofort erforderlich und spätestens nach 20 Jahren zu wiederholen.
Bei bestehenden Hausanschlüssen, spätestens jedoch bis zum 31.12.2015
Liegen Hausanschlüsse innerhalb einer Wasserschutzzone, gelten hier Sonderregelungen. Nach §45(5) BauO NW sollte die Dichtheitsprüfung bis zum 31.12.2005 durchgeführt worden sein. Wir schreiben aber das Jahr 2006.

Prüfungsverfahren nach DIN 1986-30

Dichtheitsprüfung mit Wasser

Die einfachste und auch preiswerteste Dichtheitsprüfung ist die mit Wasser oder Luft. In der Regel erfolgt sie mit Wasser. Nach dem Absperren der Leitung wird das Grundleitungssystem geflutet und über einen bestimmten Zeitabschnitt gehalten und der Wasserverlust gemessen. Die Leitung ist dicht, wenn ein vom Rohrmaterial abhängiger Verlust nicht überschritten wird. Fehlen Absperrmöglichkeiten innerhalb der Grundleitungen sind diese ohne weiteres nachträglich einzubauen. Vorteil dieser Prüfung ist der, man kann in eigener Regie selbst eine Vor-Dichtheitsprüfung durchführen und wenn man dadurch marode Grundleitungen vorfindet, auf teuere Reparaturen gänzlich verzichtet und eine andere Lösung findet.

Mit speziellen Geräten ist auch eine Einzeldichtheitsprüfung der Muffenverbindung möglich.

Dichtheitsprüfung durch Reinigung und Optische Inspektion

Bei dieser Dichtigkeitsprüfung sind Reinigung und optische Nachuntersuchung erforderlich.
Diese Voruntersuchungen erfolgen in der Regel ohne Operationen wie (Aufgrabungen und ohne Eingriff in die Bausubstanz.)

Reinigung

Die Reinigung erfolgt durch den Einsatz von Hochdruck-Spüldüsen und können von beiden Seiten, vom Revisionsschacht oder vom Hauptkanal eingesetzt werden.

Optische TV Inspektion

Ist eine optische Inspektion durchführbar lassen sich Schäden wie eindringendes Grundwasser oder Wurzeleinwuchs nachzuweisen. Inder Regel wie vor problematisch wird es wenn verzweigte Leitungssysteme nicht erreicht werden. Nachteile dieser Inspektionen, undichte Rohrverbindungen wie Muffen werden nicht erkannt.

Mit speziellen Geräten ist auch eine Einzeldichtheitsprüfung der Muffenverbindung möglich.

Schadensfeststellung und Behebung

Die Behebung der festgestellten Schäden ist auch abhängig von der Zugänglichkeit des Hausanschlusses oder der Grundleitungen.

Viele Sanierungen können ohne Aufgrabung der Leitung durchgeführt werden, man nennt es das grabenlose Verfahren. Die Sanierung erfolgt von innen. Hierfür ist die Zugänglichkeit von zwei Seiten erforderlich.

Die Sanierungsmöglichkeiten sind vielseitig wie Einzelschäden von Löchern, Risse und Muffen und sogar von kompletten Leitungen von innen.

Schlauchreliningverfahren (kunstharzgetränkter Gewebeschlauch) und Rohrstrangreliningverfahren (flexibler PE-HD-Schlauch). Dies Verfahren kann allerdings nur bei Rohren mit einem Innendurchmesser DN 125 durchgeführt werden. Der Mindestquerschnitt darf nach DIN 1986 von DN 100 nicht unterschritten werden.

Reparaturen

Bei maroden Grundleitungen unter der Bodenplatte ist es empfehlenswert die Leitungen unterhalb der Kellerdecke neu zu verlegen und mit einem Fallrohr durch die Kellerwand wieder nach draußen zu gehen.

Auch Anschlusskanäle können ohne Aufgrabungen ersetzt werden. Man unterscheidet das Berstlingverfahren und das so genannte Bohrverfahren.

Quelle: bau-doch-selber.de

Wie funktioniert eine Kläranlage?!

Posted in dichtigkeitsprüfung,Kläranlage by dichtigkeitspruefung on December 15, 2009
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Die Vorraussetzung einer Abwasserbehandlung ist das zugeflossene Abwasser in einem Kanalnetz. Dieses Abwasser kommt durch die Kläranlage zustande.
Eine Kläranlage besteht aus mehreren Stufen:

Stufe 1 – Die Reinigungsstufe auch mechanische Abwasserreinigung genannt
Bei dieser Stufe werden ca. 30 Prozent der Schmutzstoffe dem Abwasser durch Rechen, Sandfang und Vorklärbecken entzogen.

Rechen: Das sind diese großen haken, welche den Schmutz vor dem Abfall bzw. vor der „weiterfahrt“ aufhalten und stoppen.

Sandfang: Ist ein Becken oder eine Seeartige Erweiterung sowie Vertiefung eines Gewässers, welches ständig durchflossen wird.

Vorklärbecken: Ist ein Teil der gesamten Kläranlage und dient der mechanischen Reinigung.

Faulturm: Hierbei handelt es sich um ein Turmartiges Gebäude. Diese Turmartigen Behälter kontrollieren die gesteuerte Durchführung der anaerober Abbauprozesse.

Vorgehensweise:
Zuerst fließt das Abwasser durch einen Rechen, diese Reche fängt Papier, Flaschen, Äste und sonstigen Müll ab. Dieser Restmüll wird von einem automatischen Abstreifer entfernt.
Als nächstes verbreitet sich der Abflusskanal im Sandfang. Hier nimmt die Fliessgeschwindigkeit ab. Des Weiteren werden grobe mineralische Sinkstoffe wie z.B. Kies und Sand, welche sich am Boden ablagern beseitigt.
Anschließend wird das Wasser für etwas 2 Stunden im Vorklärbecken zurückgehalten.
Der Sinn des Vorklärbeckens: Hier werden feine Schwimm und Schwebestoffe gesammelt, welche sich dann am Boden als Schlamm absetzen. Dieser Schlamm wird abgesaugt, eingedickt und ferner in einen Faulturm befördert. Dabei wird Stufe 1 von Stufe 2 abgelöst.

Stufe 2 – Die biologische Abwasserreinigung
Belebungsbecken bzw: Belebtschlammverfahren: Ist ein verfahren zur biologischen Abwasserreinigung in Kläranlagen. Hierbei wird das meist kommunale Abwasser durch die Stoffwechsel-Aktivität von Mikroorganismen von organischen Verunreinigungen gereinigt.
Nach der Filterung werden Grobanteile entwässert, separiert und verbrannt.

Nachklärbecken: Ist quasi die letzte Stufe der Abwasserreinigungsanlagen. Sie haben die zentrale Aufgabe die Reinigungsleistung von Kläranlagen zu vollenden. Des Weiteren sind Nachklärbecken Bestandteil von Belebungsbecken.

Eindicker: Ist eine Anlage zur Trennung von Wasser aus Schlämmen zur „Eindickung“ des Schlamms und Reduktion des Schlammvolumens.

Vorgehensweise:
In der biologischen Abwassereinigung wird das vorgereinigte Abwasser aus der Vorklärung eingeleitet.
Der natürliche Vorgang findet in einem Belebungsbecken statt.
Zusammengesetzt wird das Belebungsbecken aus Sauerstoffzufuhren die aus Lebensbedingungen für Kleinlebewesen entstehen.
Diese sind in der Lage gelöste organische Abwasserstoffe in Verbindung mit Luftsauerstoff als Nahrung aufzunehmen und in anorganische Verbindungen wie Kohlendioxid, Wasser und Salz umzuwandeln. Durch Schlammbildung werden diese Verbindungen vermehrt.
Nach einiger Zeit wird das Schlamm-Wasser-gemisch in das Nachklärbecken geleitet.
Die so genannten Schlammflocken sinken in das Nachklärbecken zu Boden und werden ggf. noch einmal in das Belebungsbecken zurück gepumpt oder direkt zur Schlammbeseitigung in den Eindicker weitergeleitet. Nach dem mechanischen und biologischen Vorgang ist das Abwasser jetzt um ca. 90% von biologischen abbaubaren Stoffen gereinigt.

Stufe 3 – Die Phosphatentfernung
Da Abwässer Phosphat und Stickstoffverbindungen enthalten, wird das Gewässer ebenfalls noch verunreinigt. Aus diesem Grund ist eine Abwasserreinigungsstufe von Nöten.

Dieses phosphathaltige Abwasser gelangt aus dem Nachklärbecken vorerst in ein Flockungsbecken. Unter starker Durchmischung in der Fällmitteldosierstation wird gleichzeitig ein Fällmittel mit untergemischt.
Ferner wird der Restschmutz heraus fokussiert so dass sich der Schlamm, welcher eingedickt dem Faulturm zugeführt wird sich im Nachklärbecken absetzen kann.
Bezeichnet wird dieser Vorgang als Nachfällung, er beinhaltet die chemische Reinigung.

Primär wird heutzutage bei der Abwassertechnik auf das biologische Verfahren zur Verminderung des Phosphats im Abwasser gesetzt. Dabei kann die Zugabe von Fällungschemikalien sehr gut eingeschränkt werden.

Die Entfernung von Stickstoffverbindungen wird ebenfalls in dieser Reinigungsstufe eingebunden. Bei dieser Entfernung wird das Belebtschlammbecken in unterschiedlichen Sauerstoffgehalte Zonen aufgeteilt.

In der sauerstoffreichen Zone werden die Amoniumverbindungen in Nitrat übergeführt.
Für die eigentliche Stickstoffentfernung wird das Nitrat in sauerstoffarmen Zonen mikrobiologisch zu Luftstickstoff veratmet, was wiederum bedeutet, dass es entweicht.
Bei diesen Abwasserbelastungen ist eine Filtration notwenig.

Das gereinigte Wasser kann jetzt endlich in den Vorfluter weitergeleitet werden.

Vorfluter: ist eine At Gerinne, in denen Wasser von Abwasser, Regenwasser oder Drainagewasser in ein Gewässer abfließen kann.

Die Letzte und somit der vollendete Prozess – Die Schlammbehandlung und Beseitigung
Der angesammelte Schlamm besitzt etwa ein Wassergehalt von 98 Prozent.
Durch die Hilfe von Eindickern wird die vorhandene Prozentzahl auf 96 Prozent gesenkt und dadurch wird das Volumen halbiert.

Ferner wird der bereits erwähnte Schlamm in ein Faulbehälter befördert, wo er unter Luftabschluss Fäulnisbakterien in einem Gärprozess bei 35 Grad in ein Faulgas erzeugt.
Dieses Gas besteht zu zwei Drittel aus Methan und zu einem Drittel aus Kohlendioxid.
Dieses Gas kann man, wenn man möchte in einem Behälter speichern. Das gespeicherte Gas wird zur Deckung des Energiebedarfs der Kläranlage verwendet.
Nach circa 4 Wochen ist der Schlamm so ausgefault und geruchslos, dass er entweder maschinell durch filtrieren, beim Zentrifugieren oder auf natürliche Weise in Trockenbeeten entwässert werden kann.

Enthält der Schlamm eine geringe Anzahl von Schwermetallen, kann dieser zur Bodenverbesserung in der Landschaft verwendet werden. Ebenfalls wird er in unter anderem auch in Wärmekraftwerken mit oder ohne Hausmüll verbrannt.